Schlaf, kleiner Klaus

Der Himmel macht die Augen zu,
die vielen Augen schließt das Haus,
der Garten liegt in stummer Ruh,
jetzt schlaf auch du, mein kleiner Klaus.

Der Käfer legt den Kopf aufs Bein,
die Biene streckt zum Schlaf sich aus,
und mit ihr schläft das Summen ein,
jetzt schlaf auch du, mein kleiner Klaus.

Es schläft auch schon die Straßenbahn,
kein Bimmeln mehr und kein Gebraus,
sie tippt nur leicht die Klingel an,
jetzt schlaf auch du, mein kleiner Klaus.

Die Mantel auf dem Stuhl schläft brav,
das Loch am Ärmel guckt heraus,
doch weiter reißt kein Riß im Schlaf
jetzt schlaf auch du, mein kleiner Klaus.

Es schläft die Pfeife, schläft der Ball,
der Wald, der Ausflug ruhn sich aus,
das Zuckerl schläft auf dem Regal,
jetzt schlaf auch du, mein kleiner Klaus.

Dein wird die Welt sein, irgendwann,
wie eine Kugel sieht sie aus,
und du, ein Riese, trägst sie dann
jetzt aber schlaf, mein kleiner Klaus.

Bist Feuerwehrmann und bist Soldat,
ein Hirt, der bösen Wölfe Graus!
Sieh, Mutti döst, der Sandmann naht,
nun schläfst auch du, mein kleiner Klaus.

1936

(nach Geza Engl)